Fenster aus Polen

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Kann ihre Qualität im Wettbewerb mithalten? Fenster aus Polen bestechen wegen sparsamen Produktionsbedingungen mit günstigen Preisen

Sparen an der richtigen Stelle: Fenster aus Polen finden sich vermehrt in deutschen Häusern. Viele Bauherren überzeugt der günstige Preis. Bei der Entscheidung, ob Fenster aus Polen bestellt oder doch der Fachbetrieb vor Ort mit Beratung und Fensterausstellung gewählt werden sollte, müssen Bauherren genau abwägen, ob sich die Einsparung bei der Anschaffung neuer Fenster langfristig auszahlt.

Fenster Kosten © K. U. Häßler, fotolia.com
Fenster aus Polen: Preiswert ja, aber kann ihre Qualität im Wettbewerb mithalten? © K. U. Häßler, fotolia.com

So wie die Produktionsqualität entscheidend ist und nicht der Produktionsort, sollte auch der Preis nie alleiniges Kriterium bei der Wahl für ein Fenster sein. Die Kosten für fachgerechte Montage, Lieferzeit, Lebensdauer der Materialien und mögliche Garantieansprüche sollten in die Entscheidung immer mit einfließen.

Montage sollte abgedeckt sein

Polen exportiert mittlerweile rund drei Viertel der dort hergestellten Fenster, eine große Zahl davon in die Bundesrepublik. Dabei lässt sich die Qualität eines Fensters – etwa bei Stabilität und allgemeiner Verarbeitung – nicht immer einfach aus dem Preis oder Produktionsland ableiten.

Fenster Montage durch Fachbetrieb
Fenster Montage durch Fachbetrieb

Häufig werden polnische Fenster jedoch ohne Montageleistungen verkauft, was die Kosten im Nachhinein erhöht. Denn um die vorgeschriebenen Wärmeschutz- sowie Schallschutzwerte zu erhalten und damit beim Einbau keine Schwierigkeiten und Kosten entstehen, die im schlimmsten Fall höher sind als beim Komplettkauf in Deutschland mit Montage, sollte diese Leistung inbegriffen sein und fachgerecht erfolgen.

Fenstertausch © Kadmy, fotolia.com
Fenstertausch: Wer übernimmt die Montage? © Kadmy, fotolia.com
Tipp: Auf richtige Montage im Mauerwerk achten. Unprofessionell montiert kann das beste Fenster niemals korrekt funktionieren und seine positiven Eigenschaften ausspielen.

Auf die Details achten

Schlechten Montageleistungen kann dadurch vorgebeugt werden, dass auf das entsprechende Gütezeichen, RAL Gütezeichen Montage, geachtet wird. Ein Missbrauch des Gütezeichens ist so gut wie ausgeschlossen, denn nur Hersteller gütegesicherter Fenster, Haustüren und Fassadenelemente dürfen es tragen und damit werben. Dennoch gilt es für Bauherren, vorsichtig zu sein und sich nicht blenden zu lassen.

Denn manche Unternehmen sprechen zwar von einer RAL Montage, tragen aber das Gütezeichen gar nicht. Sie orientieren sich lediglich am Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren in Neubau und Sanierung, kurz LzM, der zwar eine gute Basis für die Fenstermontage bietet – aber anders als beim Erwerb des RAL Gütezeichens Montage keine regelmäßige Überprüfung der Montageleistung durch das ift Rosenheim und Schulungen der Montageverantwortlichen sowie der Monteure garantiert.

Weniger Produktionskosten

Viele Bauherren und Modernisierer achten beim Kauf von Fenstern genau auf jeden Cent und fragen sich, warum sie für hochwertige, geprüfte Qualität viel Geld ausgeben sollen, wenn es optisch ähnliche Modelle für viel weniger Geld gibt. Doch das sei ein Trugschluss, warnt der Verband Fenster + Fassade (VFF): Billigfenster sind demnach oft die schlechtere Wahl und können Käufern unter dem Strich teuer zu stehen kommen.

Hochwertige Fenster aus Polen, die auch deutsche Ansprüche an Qualität abdecken, sind aber grundsätzlich meist günstiger als deutsche Fenster in vergleichbarer Kategorie. Niedrigere Lohn- und Energiekosten, günstigere Kosten für Miete und Kauf sowie weniger scharfe Umweltschutzauflagen machen eine deutlich sparsamere Produktion möglich.

Schnelle Lieferzeiten

Allgemeingültige Aussagen zum Sparpotential polnischer Fenster sind schwer möglich, da der Preis durch diverse Faktoren beeinflusst wird. So spielen etwa Wärmeschutzwert, die Art der Verglasung nach Schallschutz- und Einbruchschutzklasse sowie die Größe der Fenster eine Rolle. Sind die Fenster von vergleichbar hoher Qualität, so gibt es häufig sogar keine allzu großen Preisunterschiede zwischen Polen und Deutschland.

Obwohl hochwertige Fenster auch in Polen einen höheren Preis als Ramschware haben, so kann die Differenz je nach gewählter Fensterqualität zu deutschen Preisen doch eine deutliche Ersparnis bedeuten. Große polnische Hersteller werben zudem mit schnellen Lieferzeiten.

Auf Qualität beim Fensterkauf achten

Fenster: Qualität macht sich langfristig bezahlt
Fenster: Qualität macht sich langfristig bezahlt

„Wer bei Fenstern versucht, Geld zu sparen, der bezahlt für diese vorschnelle Entscheidung am Ende oft doppelt“, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des VFF. Ein hoher Preis für bestimmte Fenster hat Gründe: Häufig steckt bessere Qualität und damit einhergehend längere Haltbarkeit dahinter. Wenn auch günstige Modelle ihren Dienst tun, so erfüllen sie aber häufig nur wenige Jahre ihre Funktion zufriedenstellend.

Energieeffizienz © fotomek, fotolia.com
Auf Qualität und Energieeffizienz achten © fotomek, fotolia.com

Fenster müssen vielen Anforderungen gerecht werden: Die Rahmenprofile werden ebenso belastet wie die Fensterflügel, die Verglasungen und die Dichtungen, dazu kommen die Beschläge und die Schließteile. „Nur wenn deren Qualität stimmt, funktionieren sie für lange Zeit fehlerfrei und gewährleisten Sicherheit und geringe Energieverbräuche“, sagt der VFF-Geschäftsführer.

Tipp: Die RAL Gütezeichen „Fertigung“ und „Montage“ sind ein wichtiges Indiz dafür, dass der damit ausgezeichnete Betrieb gute Produkte und eine sach- und fachgerechte Montage anbietet.

Fenster aus Polen sind wettbewerbsfähig

Fenster aus Polen sind meist günstig, aber nicht per se von minderer Qualität. Die kann bei ausländischer Ware genauso variieren wie bei Fenstern aus Deutschland. Auch wenn für viele deutsche Hausbesitzer der Preis das schlagende Argument für Fenster aus Polen ist, muss günstig nicht schlecht bedeuten. Fensterbau ist neben Möbeln eine der Spezialitäten der polnischen Wirtschaft. Die Qualität der Fenster entspricht in vielen Fällen der von den jeweils vergleichbaren deutschen Produkten.

Fachhandel punktet mit Service

Der lokale Fensterhersteller und Händler kann eher mit den Aspekten Garantie und zusätzlichen Serviceleistungen punkten. Polnische Hersteller können unter ihren Rahmenbedingungen günstiger produzieren als in Deutschland und somit meist deutlich günstiger verkaufen.

Tipp: Beim Kauf auf ein Angebot mit Festpreis inklusive Montage achten. Eventuelle Transportkosten müssen eingeplant werden.

Rechtliche Fragen können Probleme verursachen

Achten Bauherren und Modernisierer in erster Linie auf den Anschaffungspreis kann das zu kurzfristig gedacht sein. Denn bei Produzenten mit Sitz im europäischen oder außereuropäischen Ausland, könnte im Schadensfall die Durchsetzung von Garantieansprüchen oder die Übernahme von Reparaturleistungen zum nervenaufreibenden, kostenintensiven und sprachlichen Problem werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen © vege, fotolia.com
Was ist bei rechtlichen Problemen? © vege, fotolia.com

Das Argument spricht für den Fensterfachbetrieb in der näheren Umgebung, hier wird für die Qualität der Produkte garantiert und bei einer Störung der Funktionsfähigkeit des Fensters ist eine Klärung im direkten Kontakt meist leichter möglich.

Nicht an der Qualität sparen

Häufig haben polnische Fensterhersteller zwar deutschsprachigen Service, bei einem Problem mit den Fenstern ist jedoch oft nicht garantiert, dass sich die polnischen Fenstermonteure in Reichweite befinden. Bauherren sollten nicht am falschen Ende sparen. Wegen ihrer schlechteren Qualität günstige Fenster, egal aus welchem Land, haben häufig eine geringe Lebensdauer und genügen häufig nicht den Ansprüchen an den U-Wert für eine energetische Gebäudesanierung nach Energieeinsparverordnung.

So sind entsprechende Fenster in vielen Fällen nicht förderfähig durch die KfW. Erreichen die Fenster nicht den geforderten U-Wert (max. 1,3 W/m²K) muss zudem mit hohen Wärmeverlusten und Heizkosten gerechnet werden.

Tipp: Preiswert bedeutet nicht unbedingt Billigqualität: Auf zertifizierte Produkte achten, so dass durch den Fensterkauf auch Energie gespart wird.

Alle Faktoren in Entscheidung einbeziehen

Vor der Entscheidung für den Kauf eines Fensters beim regionalen Händler oder beim meist günstigeren Anbieter in Polen sollten neben allen Kosten einige Aspekte durchdacht und Vor- sowie Nachteile geprüft werden:

  • Wie sind die Garantiebedingungen?
  • Ist der Transport inklusive?
  • Wird sachgerechte Lieferung garantiert?
  • Wie verläuft gegebenenfalls die Reklamation?
  • Gibt es deutschsprachigen Service?
  • Liegen Zertifizierungen vor?
  • Wird den deutschen U-Werten für Energieeffizienz entsprochen?
  • Liegt das RAL-Gütesiegel vor?
  • Sind die Beschläge von westeuropäischer Qualität?
Tipp: Recherchieren Sie zu den Referenzen aller beteiligten Firmen im Internet.

Fazit

Hersteller und Monteur müssen vor der Investition in neue Fenster sorgfältig ausgewählt werden. Unseriöse Unternehmen finden sich sowohl in Deutschland als auch in Polen. Mit der Wahl für Fenster eines polnischen Herstellers lässt sich im Vergleich zu Produkten aus deutscher Fabrikation in den meisten Fällen Geld sparen, was nicht auf Kosten der Qualität gehen muss.

Ob sich der Kauf in Polen rechnet, zeigt der individuelle direkte Vergleich mit vergleichbaren Fenstern deutscher Hersteller. Aufwand sowie eventuelle Zusatzkosten für Lieferung und Montage müssen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Der regionale Fachhandel überzeugt dagegen mit Service durch Verfügbarkeit vor Ort und einer meist reibungslosen Kommunikation ohne Sprachbarrieren.

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