Fenster: Was das Baujahr verrät

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Fenster: Was das Baujahr verrät und was für Schlüsse Sie daraus ziehen

Alte Fenster © Gina Sanders, fotolia.com
Alte Fenster: Was verrät das Baujahr? © Gina Sanders, fotolia.com

Alte Fenster entsprechen in der Regel heute nicht mehr den hohen Anforderungen an Dichtigkeit und Wärmeschutz. Welchen Dämmwert die Fenster tatsächlich besitzen lässt sich aufgrund fehlender Unterlagen nicht ohne weiteres nachvollziehen. Hinweise hinsichtlich des Baujahrs wie auch des vorhandenen Wärmeschutzes geben Bauform, Rahmenmaterial und natürlich die Verglasung.

Entwicklung der Fensterverglasung
Entwicklung der Fensterverglasung

Einfachverglaste Fenster

Dieser Fenstertyp wurde bis ca. 1978 eingebaut. Die Fenster besitzen eine Einfachverglasung ohne Scheibenzwischenraum und sind leicht an den kalten Glasoberflächen zu erkennen. Bei Minustemperaturen können sich sogar Eisblumen bilden. Durch die kalte Oberfläche kommt es schnell zur Kondenswasserbildung am Glas. Die Rahmen dieser Fenster besitzen keine oder maximal eine Dichtungsebene, insbesondere Aluminiumfenster haben keine thermisch getrennten Profile und bieten deshalb nur einen geringen Wärmeschutz.

Einfachverglasung ist heute nicht mehr zeitgemäß
Einfachverglasung ist heute nicht mehr zeitgemäß

Kastenfenster aus Holz

Bis ins Jahr 1960 waren Kastenfenster aus Holz als Fenstervariante beliebte. Sie bestehen aus zwei Fenstern, die sich separat öffnen lassen und sind meist in Stadthäusern oder Villen aus diesem Zeitraum zu finden. Der Wärmeschutz von Kastenfenstern ist trotz der „doppelten Verglasung“ mangelhaft, da die Fenster keine Dichtungen besitzen. Ein Vorteil dieser Bauart: Sie lassen sich durch den Einbau zusätzlicher Maßnahmen wie zum Beispiel einem dichten und wärmegedämmten Innenfenster gut sanieren. So bleibt die Fassadengestaltung erhalten und der Wärmeschutz wird verbessert.

Kastenfenster: Bei Sonnenschein lässt es die Wärme herein
Kastenfenster: Bei Sonnenschein lässt es die Wärme herein

Verbundfenster

Eine Variante der Kastenfenster sind die bis ins Jahr 1980 verwendeten Verbundfenster. Sie bestehen aus zwei über den Rahmen miteinander verbundenen Flügeln, die sich zusammen öffnen lassen und nur zum Putzen getrennt werden. Auch hier ist die Wärmedämmung durch fehlende Dichtungsebenen mäßig. Ausgeführt werden diese Fenster in der Regel mit Holzrahmen. Nur eine leichte Verbesserung brachten die bis 1995 eingesetzten Verbundfenster mit wärmereflektierender Zwischenbeschichtung. Auch hier ist die mangelnde Dichtung zwischen Rahmen und Fenster und am Wandanschluss der Hauptgrund für den geringen Wärmeschutz. Beschlägt der Scheibenzwischenraum, ist die Konstruktion undicht und noch weniger wärmedämmend.

Fenster mit Zweifach-Wärmedämmglas

Ab 1980 kamen die ersten Fenster mit guter Wärmedämmung durch die Verwendung von Zweifach-Wärmedämmverglasung auf. Auch hier handelt es sich um ein Verbundfenster, die Fensterscheiben sind durch eine wärmereflektierende Zwischenbeschichtung sowie eine Erdgasfüllung voneinander getrennt. Was die Dichtheit am Wandanschluss sowie des Fensters selbst angeht, gibt es allerdings auch bei diesem Fenstertyp noch erhebliche Mängel.

Fenster mit Dreifach-Verglasung

Seit 2003 werden Fenster mit Dreifach-Verglasung immer mehr zum Standard. Sie erreichen durch drei Glasscheiben, beschichtete Oberflächen und gasgefüllte Scheibenzwischenräume sehr gute Wärmedämmwerte. Zusätzlich wird seither auch auf einen abgedichteten Wandanschluss geachtet, die Rahmen besitzen mindestens eine oder mehrere umlaufende Dichtungsebenen.

Kunstoff-Fenster KF410 mit Aluminium Schale © Internorm
Modernes Fenster mit dreifach-Verglasung © Internorm

Der Feuerzeugtest

Ein einfacher Test zur Bewertung eines vorhandenen Fensters bietet der Feuerzeugtest – zumindest, wenn es um die Verglasung geht. Mit diesem Test lasst sich zum einen die Scheibenanzahl, zum anderen das Vorhandensein von Beschichtungen leichtermitteln. Dazu wird das Feuerzeug vor die Scheibe gehalten und der Widerschein der Flamme beobachtet:

  • Die Anzahl der sich spiegelnden Flammen zeigt die Anzahl der vorhandenen Glasscheiben.
  • Haben die Flammen unterschiedliche Farben, ist der Scheibenzwischenraum mit einer wärmereflektierenden Beschichtung versehen.

Alte Fenster sanieren?

Für die Fenstersanierung eines Gebäudes gibt es generell drei Möglichkeiten:

  • Einbau zusätzlicher Dichtungen
  • Austausch der Verglasung
  • Austausch des gesamten Fensters
Die Kosten für die Sanierung kommt durch Einsparungen wieder zurück
Die Kosten für die Sanierung kommt durch Einsparungen wieder zurück

Eine deutliche Verbesserung der Dämmqualität lässt sich in den meisten Fällen nur durch den Austausch moderner Fenster mit mehrfachen Dichtungsebenen, Mehrscheibenverglasung und hohem Wärmedämmwert erreichen. Auf eine Aufrüstung der vorhandenen Fenster wird in einigen Fällen bei denkmalgeschützten Gebäuden zurückgegriffen, bei denen die Optik erhalten bleiben muss. Doch auch hier bringt meist der Austausch gegen moderne Fenster mit gleichem Aussehen mehr als eine Fenstersanierung.

Der Hauptgrund: Nicht nur die Scheiben sind ein Wärmeleck, auch die Wandanschlüsse entsprechen nicht modernen Standards. Ein weiteres Problem sind die Rahmen, die hinsichtlich der Rahmenstärken wie auch der Rahmendämmung den gesetzlichen Anforderungen nicht gerecht werden.

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