Alte Holzfenster pflegen

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Alte Holzfenster sanieren und pflegen

Holzfenster: Regelmäßige Wartung der Fenster ist notwendig
Holzfenster: Regelmäßige Wartung der Fenster ist notwendig

Lange Zeit galten Holzfenster als anfällig, extrem pflegeaufwändig und unmodern. Allerdings gibt es gute Gründe, alte Holzfenster zu erhalten, statt diese gegen Fenster aus anderen Materialien zu ersetzen. Denn Holzfenster tragen zu einem angenehmen Wohnklima bei und überzeugen auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Und insbesondere bei Altbauten oder gar in Fachwerkhäusern ruft der Einbau moderner Fenster nicht nur die Denkmalschutzbehörde auf den Plan, sondern kann auch zu Schimmelbildung an den Innenwänden führen.

Fensterrahmen streichen © Jürgen Fälchle, fotolia.com
Holzfenster streichen © Jürgen Fälchle, fotolia.com

Daher gilt: Der Austausch alter Holzfenster sollte so lange wie möglich hinausgezögert werden. Mit der richtigen Pflege und – im Bedarfsfall – auch der Sanierung können alte Holzfenster viele Jahrzehnte lang in Gebrauch bleiben.

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Optimale Pflege für alte Holzfenster

Grundsätzlich gilt bei alten Holzfenstern: Pflegen geht vor Sanieren. Denn wer seine Holzfenster richtig und regelmäßig pflegt, kann die Sanierung länger hinauszögern. Wie viel Zeit genau zwischen zwei Anstrichen verstreichen sollte, hängt neben einer guten Pflege auch von weiteren Faktoren ab. Ausschlaggebend sind insbesondere die verwendete Holzart, die Witterungsbedingungen denen das Fenster ausgesetzt ist sowie die Art des Anstrichs.

Fenster regelmäßig reinigen
Fensterscheibe: Regelmäßig reinigen

Neben dem normalen Reinigen der Fensterscheiben sollten alte Holzfenster mindestens zweimal pro Jahr gründlich gepflegt werden. Hierbei sollten alle Komponenten des Fensterns mit in die Pflege einbezogen werden. Die Reinigung der Fensterscheiben erfolgt in der Regel mit klarem Wasser mit einem weichen Tuch sowie einem Fensterleder zum Polieren. Bei Bedarf kann dem Wasser handelsübliches Reinigungsmittel zugefügt werden.

Der Holzrahmen ist im Außenbereich der Witterung ausgesetzt. Hierdurch können Wasserflecken entstehen, die sich mit gewöhnlichen Reinigern wie Waschbenzin, Aceton und Spiritus entfernen lassen. Wenn Sie Ihre alten Holzfenster so reinigen, beugen Sie zugleich auch dem Ansatz von Pilzen, Grünalgen und Harzaustritt vor. Zuletzt bringen Sie eine handelsübliche Pflegemilch auf, die das Holz nicht nur vor Witterungseinflüssen schützt, sondern kleinste Kratzer, Haarrisse oder Hagelschäden verschließt.

Zudem gilt es, die Dichtungen und Beschläge zu reinigen und zu pflegen. Die Beschläge lassen sich mit einer weichen Bürste reinigen und sollten anschließend mit einem säure- und harzfreien Schmiermittel ohne Silikon geölt werden. Die Dichtungsprofile lassen sich mit Haushaltsreiniger und Wasser vom Schmutz befreien.

Fenster Dichtung richtig pflegen
Fenster Dichtung richtig pflegen
Tipp: Diese halbjährliche Pflege ist eine gute Gelegenheit, um alte Holzfenster auf Schäden hin zu untersuchen. Sollten Schäden am Holz oder an den Dichtungen auffallen, ist eine umgehende Beseitigung der Schäden wichtig. Denn durch Risse oder abblätternden Lack kann Wasser in das Holz eindringen und das Holz fängt an zu faulen.

So geht es richtig: Alte Holzfenster richtig pflegen

Materialien: Fensterleder, Mikrofasertuch etc., einfaches Seifenwasser (warmes Wasser mit Spülmittel und ein wenig Essig), säure- und harzfreien Schmiermittel ohne Silikon

Wichtig: Niemals mit aggressiven Scheuermitteln die alten Holzfenster reinigen

Sanierung alter Holzfenster – Schritt für Schritt

Wer seine alten Holzfenster möglichst lange bewahren möchte, der saniert sie regelmäßig. Und auch wenn Holzfenster bereits unansehnlich oder gar undicht geworden sind, so lassen sich diese in der Regel noch erhalten. Als Faustregel gilt: Erst wenn mehr als 20 Prozent der Substanz marode sind, muss ein Austausch in Betracht gezogen werden. Vorher lassen sich alte Holzfenster mit ein wenig Aufwand und Liebe wieder renovieren und so noch für etliche weitere Jahre erhalten.

Holzfenster reparieren © Annett Seidler, fotolia.com
Holzfenster reparieren und sanieren © Annett Seidler, fotolia.com

So geht es richtig: Diese Fensterteile werden saniert

  • Fensterrahmen
  • Fensterflügel
  • Kitt der Fenster sowie Fensterdichtung
  • Fenstergriffe und –verschlüsse

1. Die Fensterflügel

Zunächst werden die Fensterflügel ausgehängt und auf zwei Arbeitsblöcke gelegt. Wenn die Sanierung der alten Holzfenster in einem Raum vorgenommen werden soll, muss der Boden mit einer Schutzfolie abgedeckt und auf ausreichend Frischluft geachtet werden. Nun kann poröser oder abblätternder Lack mit einem Stechbeitel oder Spachtel abgeschabt werden. Sind größere Fehlstellen im Holz vorhanden, so müssen diese mit Spachtelmasse verschlossen werden. Nach dem Trocknen wird die überflüssige Spachtelmasse abgeschliffen. Sind die Fehlstellen zu groß, um diese mit Spachtelmasse zu verschließen, kann ein geeignetes Stück Holz eingefügt und mit Spachtelmasse eingearbeitet werden.

Holzfenster: So werden Schäden am Holz repariert
Holzfenster: So werden Schäden am Holz repariert

Ist die Spachtelmasse getrocknet, wird der Anlauger mit einem Schleifschwamm eingearbeitet und anschließend mir klarem Wasser wieder entfernt. Nach dem Abkleben der Fensterscheiben mit Kreppband kann der Lack vom Fensterflügel entfernt werden. Hierzu eignen sich ein Schleifklotz oder ein Elektroschleifer. Im Anschluss erfolgen das Grundieren und dann das Lackieren. Vor dem Auftragen der zweiten Farbschicht sollte die Oberfläche mit feinem Sandpapier angeraut werden.

Fensterrahmen wird abgeschliffen © makis7, fotolia.com
Fensterrahmen wird abgeschliffen © makis7, fotolia.com

2. Der Fensterkitt und die Fensterdichtung

Ist das Silikon schadhaft, so wird es mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge entfernt. Es empfiehlt sich, dies vor dem Sanierung der Holzflächen des Fensterflügels zu machen. Denn so lässt sich besonders sauber arbeiten. Sobald die Farbe auf den Holzflächen fingertrocken ist, kann das Kreppband abgezogen und die Silikonfugen erneuert werden. Wichtig ist, dass Reste von Silikon mit einem Abzieher und stark spülmittelhaltigem Wasser entfernt werden. Ist die Fensterdichtung beschädigt, so wird diese am Falt entfernt und ebenfalls erneuert.

Fensterkitt ernuern: So gehts
Fensterkitt ernuern: So gehts

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3. Der Fensterrahmen

Beim Fensterrahmen von alten Holzfenstern wird beim Sanieren ebenso vorgegangen wie bei den Fensterflügeln: Der Lack wird entfernt, Schäden durch Spachtelmasse verschlossen und anschließend wird das Holz grundiert und lackiert.

4. Die Fenstergriffe und Verschlüsse

Auch Fenstergriffe und Verschlüsse setzen mit der Zeit Patina an. Daher müssen diese mit geeigneten Mitteln gereinigt werden. Sollten Fenstergriffe Roststellen aufweisen, müssen diese entfernt werden. Anschließend können die Fenstergriffe mit einer rostfesten Farbe neu gestrichen werden.

So geht es richtig: Werkzeugliste

  • Abdeckplane
  • Arbeitsblöcke
  • Schleifmaschine
  • Pinsel und Lackrolle
  • Staubschutzmaske
  • Staubsauger
  • Messer, Rasierklingen, Schraubenzieher
  • Stechbeitel oder Spachtel

So geht es richtig: Materialliste

  • Anlauger
  • Passender Lack: Man sollte immer den Originallack beziehungsweise die Originallasur verwenden. Beim Fensterlack sollte man darauf achten, dass dieser die Bezeichnung „blockfest“ trägt. Nur dann ist gewährleistet, dass der Lack nach dem Durchtrocknen nicht mehr klebt.
  • Fensterdichtung
  • Schleifpapier: grobes, feines und sehr feines
  • Kreppband
  • Fensterkitt
  • Holzspachtelmasse bzw. Reparaturmasse für Holz
  • Spülmittel
  • Rostfreie Spezialfarbe für Fenstergriffe

Fazit

Wer seine alten Holzfenster auf diese Art regelmäßig pflegt und saniert, der wird lange Zeit Freude an ihnen haben. Bei der Sanierung von alten Holzfenstern in denkmalgeschützten Häusern sollte der Rat von spezialisierten Schreinern oder Fensterhandwerkern eingeholt werden. Denn hier gilt es unter anderem besondere Auflagen bezüglich der Materialien zu beachten.

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