Kondenswasser an Fenstern

Teilen:

Kondenswasser an Fenstern

Es ist ein Ärgernis: Ist es draußen kalt, schlägt sich Feuchtigkeit aus der Raumluft an der Fensterscheibe nieder. Oder noch schlimmer: Am Übergang vom Fenster zur Wand wird es feucht. Dieses Phänomen kann sich nicht nur in sanierten Altbauten zeigen, die neue Fenster erhalten haben, sondern auch im Neubau. In jedem Fall ist das Kondenswasser an den Fenstern nur bis zu einem geringen Grad unproblematisch. Im schlimmsten Fall kann es zur Bildung von Schimmel führen, der wiederum gesundheitliche Probleme bei den Bewohnern verursachen kann. Es ist also in jedem Fall wichtig, bei Kondenswasser der Ursache auf den Grund zu gehen und sie, wenn möglich, zu beheben.

Kondenswasser am Fenster © GChristo, fotolia.com
Kondenswasser am Fenster © GChristo, fotolia.com

Die Kehrseite der „Wärmedämmmedaille“

In den vergangenen Jahren sind die Anforderungen an den Wärmeschutz im Neubau und bei der Sanierung immens gestiegen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) macht klare Vorgaben, welchen Wärmedurchgangswert die einzelnen Bauteile eines Hauses haben dürfen. In der Folge wurden die Wärmeschutzstandards von Fenstern immer weiter verbessert. Dabei gibt es zwei Faktoren, aus denen sich der erhöhte Wärmeschutz ableitet:

  • Dämmwert der Fensterbestandteile: Rahmen und Verglasung eines Fensters wurden sukzessive erhöht. Bei der Verglasung gelang das durch Dreischeibenverglasungen, Beschichtungen und Edelgasfüllungen, bei den Rahmen beispielsweise durch einen Aufbau mit vielen luftgefüllten Kammern.
  • Verbesserte Dichtheit: Die Dichtungen der Fenster wurden so weit verbessert, dass sie nahezu jeglichen Luftaustausch ausschließen.

Gerade die verbesserte Abdichtung ist vor dem Hintergrund der Kondenswasserbildung problematisch. Denn die Abdichtung verhindert zwar den Wärmeverlust, allerdings ebenso, dass die zunehmende Feuchtigkeit aus der verbrauchten Raumluft aus den Wohnräumen entweichen kann. Werden keine Gegenmaßnahmen getroffen, sinkt bei einem sanierten Bestandsgebäude die Luftqualität. Die Luftfeuchte steigt an und schlägt sich an den Fenstern nieder.

Während es für die Fenster klar definierte Dämmstandards gibt, sind die Vorgaben für den Feuchteschutz noch nicht genau definiert. Es ist in der DIN 4108-2 lediglich inzwischen verankert, dass feuchtefördernde Oberflächentemperaturen, beispielsweise im Übergangsbereich von Fenster und Wand, zu vermeiden sind.

Maßnahmen gegen Kondenswasser

Regelmäßige Kondenswasserbildung kann zu Schäden führen
Regelmäßige Kondenswasserbildung kann zu Schäden führen

Zu einem gewissen Grad wird Kondenswasser am Fenster aktuell hingenommen und nicht als Baumangel gewertet. Dennoch sollte das Aufkommen so gering wie möglich gehalten werden. Zwei Gegenmaßnahmen sind:

  • Verbesserte Lüftung
  • Dämmung von Wärmebrücken

Bei sanierten Gebäuden reicht die einfache Fensterlüftung zum ausreichenden Luftaustausch nicht mehr aus. Bei Neubauten ist das ebenfalls der Fall. Hier wird daher immer ein Lüftungskonzept verlangt, um trotz hoher Dichtheit des Gebäudes den notwendigen Luftwechsel sicherzustellen. Meist sind Neubauten daher mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung versehen. Für den Sanierungsfall gibt es dezentrale Systeme wie Pendellüfter, die sich in die Außenwand einbauen lassen, die verbrauchte Raumluft nach außen abführen und gegen Frischluft ersetzen. Damit dabei kein zu großer Wärmeverlust entsteht, gewinnen die Anlagen den größten Teil der Wärmeenergie aus der verbrauchten Raumluft zurück.

Tipp: Eine weitere Lösung für eine bessere Lüftung bieten Fensterfalzlüfter, die ins Fenster integriert werden.
Fensterfalzlüfter sorgen für Frischluft
Fensterfalzlüfter sorgen für Frischluft

Die Ursache für das Aufkommen des Kondenswassers kann allerdings ebenso eine Wärmebrücke sein. Dies ist meist dann der Fall, wenn das Kondenswasser nicht am Fenster, sondern am Fenster-Wand-Übergang auftritt. Das bedeutet, dass an dieser Stelle mehr Wärme aus dem Innenraum nach außen verloren geht, als über den Rest der Wand. Die Oberfläche der Innenwand kühlt sich ab, sodass sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft niederschlägt. Dann kann eine Wärmebrückendämmung Abhilfe schaffen. Beispielsweise muss die Fensterlaibung mit Dämmstoff versehen werden.

Tipp: Die Ursache für Feuchtigkeit ist für den Laien nicht leicht zu erkennen. Um sicherzugehen, dass nichts übersehen wird, was schwerwiegendere Schäden nach sich zieht, kann ein Sachverständiger hinzugezogen werden.
bis zu 30% sparen

Angebote für Fenster
von regionalen Händlern

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: