Widerstandsklassen

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Fenster Widerstandsklassen: Effektiver Einbruchsschutz beginnt bei den Fenstern

Oder: Die Bedeutung der Widerstandsklassen von Fenstern

Die Zahlen sind eindeutig: Etwa 80 Prozent der Einbrecher gelangen über Fenster oder Fenstertüren ins Haus. Damit sind Fenster der neuralgische Punkt Nummer 1, wenn es um die Einbruchssicherheit geht.

Zudem finden die meisten Einbrüche tagsüber statt und nicht in der Nacht. Daher bieten Rollläden in der Regel keinen zusätzlichen Einbruchschutz, da diese tagsüber meist nicht heruntergelassen werden. Und es gibt noch ein drittes Moment, das in Sachen Einbruchsschutz wichtig ist: Auch wenn überregional agierende Täterbanden in den Medien sehr präsent sind, so werden doch nach wie vor die meisten Einbrüche durch Gelegenheitstäter verübt. Diese sind zwar unberechenbarer als Täterbanden, reisen aber mit leichtem Gerät.

Fenster Einbruch © Rainer Fuhrmann, fotolia.com
Fenster Einbruch © Rainer Fuhrmann, fotolia.com

Meist sind die nur mit einem Schraubendreher ausgestattet, um ein Fenster aufzubrechen. Zudem geben Einbrecher in aller Regel nach maximal fünf Minuten auf. Daher ist klar: Bei Neubauten und Sanierungen sollte gerade bei Fenstern auf angemessenen Einbruchsschutz geachtet werden. Welche Fenster wie viel Schutz gegen Einbrecher bieten, darüber geben die so genannten Widerstandsklassen Auskunft.

Die DIN EN 1627 – Sicherheit von Fenster

Bei der DIN EN 1627 handelt es sich um eine Prüfnorm für Fenster und Fenstertüren. Sie beschreibt die Forderungen an die Eigenschaften einbruchshemmender Fenster und Fenstertüren sowie deren Klassifizierung. Die DIN EN 1627 unterscheidet grundsätzlich zwischen sieben Widerstandsklassen. Jede Widerstandsklasse beschreibt, wie lange ein Fenster oder eine Fenstertür dem Einbruchsversuch eines bestimmten Einbruchstyps standhält. Auf diese Weise haben Bauherren eine objektive Einklassifizierung über den Sicherheitsstandard eines konkreten Fensterns beziehungsweise einer Fenstertür.

Din Norm © blende11.photo, fotolia.com
Din Norm © blende11.photo, fotolia.com

Bei den Widerstandsklassen gilt: Je höher die Widerstandsklasse, desto sicherer sind die Fenster. Zugleich sind Fenster mit höherer Widerstandsklasse auch kostspieliger. Daher ist es wichtig, die jeweils passende Widerstandsklasse für die eigene Immobilie zu finden. Und auch bei einem Haus müssen nicht alle Fenster die gleich hohe Widerstandsklasse aufweisen, sondern eine, die der Gefahr eines Einbruchs an der konkreten Stelle im Haus Rechnung trägt.

Widerstandsklassen in der Übersicht
Widerstandsklassen in der Übersicht
Wichtig: Die DIN EN 1627 hat die alte DIN V EMV 1627 abgelöst.

Die Widerstandsklassen – ein Überblick

Widerstands-klasse Widerstands-zeit Tätertyp/Einbruchsart
RC1 N 3 Min Geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen
RC2 N 3 Min Schutz gegen Einbruchsversuch von Gelegenheitstäter, der Werkzeug wie Schraubendreher, Zange oder Keile verwendet.
RC2 3 Min Schutz gegen Einbruchsversuch von Gelegenheitstäter, der Werkzeug wie Schraubendreher, Zange oder Keile verwendet.
RC3 5 Min Täter verwendet zusätzlich einen zweiten Schraubendreher und einen Kuhfuß sowie einem einfachen Bohrwerkzeug das Fenster aufzubrechen.
RC4 10 Min Erfahrener Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeug und Schlagwerkzeuge sowie Akku-Bohrmaschine ein.
RC5 15 Min Erfahrener Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge und Winkelschleifer ein.
RC6 20 Min Erfahrener Täter setzt zusätzlich leistungsfähige Elektrowerkzeuge ein.

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Widerstandsklassen: Welches Fenster ist das richtig?

Für den privaten Bereich sind grundsätzlich lediglich die Widerstandsklassen RC1 N bis RC2 maximal RC3 relevant. Die höheren Widerstandsklassen sind, allein aufgrund ihrer Kosten, lediglich für den gewerblichen Bereich empfohlen.

Welche Widerstandsklasse passt zu welchem Fenster
Welche Widerstandsklasse passt zu welchem Fenster

Die Grundsatzempfehlung der Polizei für Fenster im privaten Bereich bezieht sich auf die Fenster der Widerstandsklasse RC2. Denn diese Fenster sind mit Pilzkopfzapfen-Beschlägen, einbruchshemmender Verglasung und oftmals mit abschließbaren Fenstergriffen ausgestattet.

Fenster mit Einbruchschutz © Roto Frank
Fenster mit Einbruchschutz: Einbrecher gibt auf © Roto

Alternativ können im privaten Bereich auch Fenster der Widerstandsklasse RC2 N eingesetzt werden. Diese sind von der Sicherheitsausstattung im Bereich des Rahmens vergleichbar, besitzen jedoch kein Sicherheitsglas. Allerdings greifen Einbrecher auch nur sehr selten das Glas an, um ins Haus zu gelangen, weil hier das Verletzungsrisiko zu groß ist.

Für obere Geschosse, die nur mit Hilfe einer Leiter oder einer anderen Aufstiegshilfe erreichbar sind, können auch Fenster der Widerstandsklasse RC1 N verwendet werden.

Wichtig: Befindet sich vor dem Fenster ein Balkon, ein Vordach oder eine andere Standfläche, so sind Fenster der Widerstandsklasse RC1 N hier nicht geeignet.

In besonders einbruchsgefährdeten Stadtteilen oder bei Luxusimmobilien beziehungsweise besonders wertvoller Einrichtung kann auch über den Einsatz von Fenstern der Widerstandsklasse RC3 nachgedacht werden. Denn Fenster dieser Widerstandsklasse bieten mit einer P5A-Verglasung im Vergleich zu Fenstern der Widerstandsklasse RC2 einen noch besseren Einbruchsschutz.

Fazit

Es gibt nicht die eine Widerstandsklasse, die immer richtig ist. Fenster welcher Widerstandsklassen die richtigen sind, hängt von den Gegebenheiten vor Ort und der Art der Immobilie ab. Eines ist aber auf jeden Fall wichtig: Bei Neubauten und Sanierungen sollte stets eine genaue Prüfung erfolgen, welche Fenster mit welcher Widerstandsklasse den angemessenen Einbruchsschutz bieten.

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