Problemstelle Fensterfalz

Teilen:

Problemstelle Fensterfalz: Tauwasser und Schimmel vermeiden und beseitigen

Vor allem in der kalten Jahreszeit findet sich im Fensterfalz häufig Feuchtigkeit, die zu Schimmelbefall führen kann. Dies ist nicht nur ein gesundheitliches Problem, sondern schädigt vor allem bei Holzfenstern mit der Zeit auch das Material und damit die gesamte Rahmenkonstruktion.

Die häufigsten Problemzonen

Der sogenannte Fensterfalz dient zur Befestigung der Scheibe im Fensterrahmen – zum Beispiel mit einer Glasleiste – und kann gerade oder schräg ausgeführt werden. Im unteren Drittel – also an der kältesten und am wenigsten belüfteten Stelle – treten Tauwasser und Schimmel besonders häufig auf. Dies resultiert daraus, dass dieser Bereich auch bei gekipptem Fenster wenig belüftet wird, gerade bei Holzfenstern leisten auch die Regenschienen ihren Beitrag sowie metallische oder mineralische Fensterbänke, die besonders kalt sind. Schließlich führen auch schlecht gedämmte und undichte Abschlüsse zu Feuchtigkeit, der sich im Fensterfalz absetzt.

Fenster: Schimmel im Fensterfalz © vfhnb12, stock.adobe.com
Der untere Fensterfalz ist besonders von Tauwasser und Schimmelbildung betroffen © vfhnb12, stock.adobe.com

Wodurch wird die Tauwasserbildung im Fensterfalz begünstigt?

Das schädliche Tauwasser bildet sich, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind. Die Folge sind Schimmel, Eisbildung an der Regenschiene und langfristig Materialschädigungen.

  • Als Taupunkt wird die Temperatur bezeichnet, bei der die Luft mit Wasser so gesättigt ist, dass sie keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen kann. Es kommt zur Kondensation. Strömt warme Luft auf Oberflächen, in diesem Fall die Fensterfalze, die bis auf den Taupunkt abgekühlt ist, kondensiert dort Feuchtigkeit und das sogenannte Tauwasser entsteht. Zu einer Vereisung von metallischen Regenschienen kommt es, da Aluminium Wärme stark ableitet und dementsprechend schnell auskühlt.
  • Tauwasserbildung benötigt keine extreme Luftfeuchte. Schon die normale Luftfeuchtigkeit genügt zu dessen Bildung. Herrscht im Innenraum eine erhöhte Feuchte, zum Beispiel durch Bauarbeiten (Neubaufeuchte) oder in Feuchträumen, wird die Entstehung zusätzlich begünstigt. Strömt nun die Innenluft über die Fensterfalze, kondensiert sie dort, wo das Material den Taupunkt aufweist.
  • Im Fensterfalz setzt sich nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch organisches Material wie Blütenpollen oder Hausstaub ab. Diese Kombination bietet Schimmel einen idealen Nährboden.

Lüften allein reicht meist nicht aus!

Moderne Fenster sind im geschlossenen Zustand ausgesprochen dicht und lassen Luftwechsel nur in sehr begrenztem Maß zu. Dies spart zwar Energie, führt aber auch dazu, dass die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen ansteigt, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Kühlt die Raumluft ab, entsteht Kondensat, das sich an den Fensterfalzen absetzt, denn dort befindet sich meist die kälteste Stelle des Fensters. Regelmäßiges Lüften ist deshalb vor allem im Winter ausgesprochen wichtig. Empfehlenswert ist eine Stoßlüftung, idealerweise als Querlüftung, um für einen regelmäßigen Luftaustausch zu sorgen. Abzuraten ist davon, das Fenster ständig gekippt zu lassen. Dies kostet zum einen Energie, zum anderen kühlen dadurch die angrenzenden Bauteile so strak aus, dass der Taupunkt in die Laibung wandert und dort zu Kondensation und Schimmelbildung führt.

Tipp: Lässt sich der Luftaustausch nicht durch regelmäßiges Lüften erreichen, ist der Einbau einer automatischen Lüftung als Abluftanlage empfehlenswert.

So bleiben die Fensterfalze trocken

Gänzlich lässt sich die Tauwasserbildung im Fensterfalz meist nicht verhindern, allerdings gibt es Maßnahmen die Abhilfe schaffen, bzw. das Phänomen deutlich verringern. Bei bereits eingebauten Fenstern kann die Auskühlung des Fensterfalzes durch Nachstellen der Beschläge oder zusätzliche Dichtungen reduziert werden. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion der betroffenen Stellen verhindert, dass Schimmel dort überhaupt erst entsteht. Dies bekämpft allerdings nur die Symptome und verhindert nicht die Schädigungen, die Feuchtigkeit am Holzrahmen verursachen kann. Eine Überprüfung und Verstärkung der Dämmung kann ebenfalls Abhilfe schaffen.

  • Auf der Außenseite verbessert ein Wärmedämmverbundsystem die Situation, allerdings greift diese meist nicht am unteren Blendrahmenteil.
  • Positive Effekte kann auch eine innere Abdichtung zwischen Blendrahmen und Bauwerk bewirken.
  • Die warme Raumluft muss ungehindert zirkulieren können bei gleichzeitiger Anordnung der Heizkörper unter dem Fenster.

Bei der Planung des Fenstereinbaus sorgen verschiedene konstruktive Maßnahmen dafür, dass sich erst gar keine Feuchtigkeit im Fensterfalz absetzt. Dies sind zum Beispiel:

Fenstereinbau © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Die richtige Einbauebene spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Tauwasser © U. J. Alexander, stock.adobe.com
  • Eine optimale Einbaulage des Fensters in die Laibung, um den Taupunkt möglichst weit nach außen zu verlegen. Ideal ist die Mitte der Wand bei einschaligen Wänden bzw. die Dämmebene bei mehrschaligen Wandaufbauten.
  • Anschlag und Laibungsflächen werden vor dem Einbau des Fensters zusätzlich gedämmt.
  • Einbau von wärmegedämmten Regenschienen zur Verlagerung des Taupunkts auf die Wandaußenseite.
Tipp: Selbst bei optimal eingebauten Fenstern lässt sich Tauwasser im Falz nicht immer vermeiden. Die wirkungsvollste Möglichkeit, die Fensterfalze trocken zu halten, besteht nach wie vor durch den Einsatz einer Abluftanlage.
bis zu 30% sparen

Angebote für Fenster
von regionalen Händlern

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: