Bauschäden am Wintergarten

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Die häufigsten Bauschäden am Wintergarten und wie Sie diese vermeiden

Bei richtiger Ausführung haben Bauwerke eine lange Lebensdauer. Kommt es bereits bei der Errichtung zu Mängeln, dann führen diese zu Bauschäden, die Funktionalität und Haltbarkeit beeinträchtigen. Bei Wintergärten gehören fehlerhafte Bauanschlüsse zu den häufigsten Mängeln und Bauschäden, die Beseitigung ist mit hohen Kosten verbunden. Weitere Schwachstellen sind Dichtungsfehler oder Fehler in der Dachkonstruktion.

Wintergarten © Roland Spiegler, fotolia.com
Wintergarten: Bauschäden vermeiden © Roland Spiegler, fotolia.com

Fehlerhafte Bauteilanschlüsse

Wintergärten werden meist nachträglich an das vorhandene Gebäude angebaut. Da die Voraussetzungen häufig nicht optimal sind, kann es zu Problemen kommen, die sich negativ auf die Funktionalität und Dichtheit der Anschlüsse auswirken. Besonders beachtenswert sind der Anschluss der Dachkonstruktion sowie der waagrechte Bodenanschluss, da diese sowohl statisch als auch in Bezug auf die Dichtigkeit besonders belastet sind. Standardlösungen gibt es hier selten, umso wichtiger ist es, die Ausführung genau an die vorhandene Vor-Ort-Situation anzupassen.

  • Beim Wandanschluss der Dachkonstruktion entsteht durch die Ausdehnung der Konstruktion eine Bewegung, die vom dauerelastischen Dichtstoff zwischen Wintergartendach und Außenwand aufgefangen werden muss. Bei fehlerhafter Ausführung des Anschlusses reißt das Dichtmittel. Um dies zu vermeiden, muss die Dichtfuge mit einer PU-Schaumschnur unterlegt sein.
  • Der Bodenanschluss der Wintergartenelemente ist nach der Fertigstellung des Wintergartens nur noch schwer oder gar nicht mehr zugänglich. Deshalb ist eine fachgerechte Ausführung besonders wichtig.

    Fehlerquellen sind zum Beispiel eine nicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtete Fundamentplatte oder geschnittene statt gefaltete PE-Folie zur Abdichtung der Dämmung im Bodenbereich.

Wintergarten Anschlussmöglichkeiten
Wintergarten Anschlussmöglichkeiten
Tipp: Die verwendete Anschlusskonstruktion muss sowohl konstruktiv als auch hinsichtlich der Wahl der Dichtstoffe an den Aufbau der Außenwand, insbesondere der äußeren Oberfläche angepasst sein.

Dichtungsfehler

Nur eine mängelfreie Abdichtung gewährleistet, dass ein Wintergarten wind- und feuchtigkeitsdicht ist und den Anforderungen an Dichtigkeit und Wärmeschutz entspricht. Häufige Fehler beziehen sich auf die Verwendung des jeweiligen Dichtstoffes und dessen Einbau.

  • Das verwendete Fugendichtungsband ist nicht mit angrenzenden Bauteilanschlüssen an die Außenwand kompatibel, die Dichtigkeit ist nicht dauerhaft gesichert und es kommt zu Feuchteschäden und Wärmebrücken.
  • Bei der Verwendung von vorkomprimierten und imprägnierten Dichtungsbändern wird die falsche Dimension gewählt. Bei der Auswahl des Dichtbandes müssen die vom Hersteller angegebenen Toleranzen zwingend eingehalten werden. Die Dichtbänder dürfen im eingebauten Zustand die Minimal- bzw. Maximalmaße überschreiten.
  • Selbstreinigendes Glas verringert den Pflegeaufwand im Wintergarten. Durch die Eigenschaften der Oberflächenbeschichtung ist diese mit Silikondichtstoffen nicht verträglich, die Dichtung erfüllt nicht ihre Aufgaben, Feuchtigkeit dringt ein, die Beschichtung des Glases wird angegriffen. Zur Abdichtung selbstreinigender Gläser kommen Dichtstoffe auf Basis von Hybrid-Polymer nach DIN EN ISO 11600 zum Einsatz.
Abdichtung des Wintergartens gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich © Jechnerer GmbH
Abdichtung des Wintergartens gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich © Jechnerer GmbH
Tipp: Auch Dichtstoffe oberhalb selbstreinigender Gläser müssen so gewählt werden, dass sie mit der Beschichtung kompatibel sind.

Fehler am Wintergartendach

In der Regel werden Wintergärten mit einem Pultdach ausgestattet, häufig besteht auch das Dach aus Glasflächen. Wird hier eine zu geringe oder keine Neigung gewählt, kann dies zu optischen und funktionalen Mängeln führen:

  • Das Wasser läuft nicht oder nicht vollständig ab und es kommt zu einer Durchbiegung, wird das Dach durch Sprossen unterbrochen, entstehen regelrechte Wasserpfützen und schließlich Schmutz- oder Kalkablagerungen.
  • Besonders an Kreuzungspunkten der Konstruktion kann die innere Dichtungsebene versagen und durch das Dach tritt Wasser in den Wintergarten ein.
  • Werden Mehrstegplatten aus Acryl oder Makrolon verwendet, muss laut Herstellerhinweisen ein Gefälle von 5 bis 7 Grad eingehalten werden, damit eindringende Feuchtigkeit durch die offenen Stirnseiten schnell abtrocknen kann.

Leckstellen am Wintergarten finden

Dringt Wasser in den Wintergarten ein, ist die Eintrittsstelle oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier hilft ein druckloser Berieselungstest, der mit einem Wasser-/Gartenschlauch durchgeführt wird. Eine weitere Möglichkeit ist eine Ultraschall-Lecksuche. Lässt sich die undichte Stelle anhand dieser Maßnahmen nicht feststellen oder die Ursache nicht eindeutig klären, muss das Bauteil geöffnet werden.

Tipp: Dieser Test sollte ebenso wie die Beseitigung der Leckagen durch einen Fachmann oder einen Gutachter durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Baufehler durch das Unternehmen vermutet wird und Regressansprüche geplant sind.
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