Wintergarten und Energieeinsparverordnung

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Wintergarten: Wer Großes plant muss Neubaustandards einhalten

Ein Wintergarten ist eine Erweiterung des Wohnraums. So kann es sein, dass für ihn energetische Richtwerte eingehalten werden müssen, die über die Energieeinsparverordnung –kurz: EnEV – geregelt sind. Die gute Nachricht: Die EnEV bietet zahlreiche Ausnahmen, sodass der überwiegende Teil der Wintergärten, die im privaten Bereich nachträglich errichtet werden, keine allzu hohen Auflagen erfüllen müssen. Meist bleibt es bei Grenzwerten für den zulässigen Wärmeverlust, wie sie auch von neuen Fenstern oder Türen verlangt werden.

Energieeffizienz © Doc Rabe, fotolia.com
Energieeffizienz spielt auch bei Wintergärten eine wichtige Rolle © Doc Rabe, fotolia.com

Anforderungen von gering bis streng: Welche Wintergärten fallen unter die EnEV?

Wintergarten: EnEV Bestimmungen beachten
Wintergarten: EnEV Bestimmungen beachten

Besonders einfach hat es, wer einen Kaltwintergarten plant. Oder einen Wintergarten, der nicht dauerhaft beheizt wird. Denn in diesen Fällen werden keine besonderen Anforderungen an die Glasanbauten gestellt. Die Ausnahmeregelungen sind:

  • Keine Beheizung oder Beheizung auf weniger als 12 Grad Celsius
  • Beheizung in einem Zeitraum von weniger als vier Monaten im Jahr
  • Beheizung für eine begrenzte Nutzungsdauer pro Jahr. In diesem Fall muss der Energieverbrauch weniger als ein Viertel der Summe betragen, die bei einer durchgehenden Beheizung zu erwarten wäre.

Doch auch wer einen Wohnwintergarten – also einen ganzjährigen beheizten Anbau – errichtet, wird von den strengen Neubaustandards weitgehend verschont. Hier kommt es auf die Fläche und den Anschluss an das Heizsystem an. So ist die EnEV bei Wintergärten durch Bauteile, die einen ausreichenden Wärmeschutz und eine ausreichende Luftdichtheit aufweisen, dann erfüllt, wenn

  • die Fläche des Wintergartens weniger als 50 Quadratmeter beträgt
  • die Beheizung über das bestehende Heizsystem erfolgt und kein neuer Heizkessel eingebaut werden muss
Wintergarten: Die Größe spielt bei der EnEV eine wichtige Rolle
Wintergarten: Die Größe spielt bei der EnEV eine wichtige Rolle

Erst bei sehr großen Wintergärten, deren Grundfläche mehr als 50 Quadratmeter beträgt, oder bei einem Einbau eines neuen Wärmeerzeugers greifen die Neubaustandards. Das bedeutet, dass in diesen Fällen der Primärenergiebedarf für den Anbau berechnet und nachgewiesen werden muss. Außerdem muss der Wärmeerzeuger die Anforderungen der EnEV erfüllen.

Wintergarten aus Holz und Aluminium © Holzbau Frammelsberger G. GmbH
Wintergarten aus Holz und Aluminium © Holzbau Frammelsberger G. GmbH

Die Grenzwerte – ein Wintergarten ist eine „Vorhangfassade mit Glasdach“

Wer in der EnEV blättert, wird das Wort „Wintergarten“ in ihr überhaupt nicht finden. Denn was ein Wintergarten ist, ist nicht in ihr definiert. Das Dach des Wintergartens fällt in die Kategorie „Glasdach“, die Seitenwände in den Bereich „Vorhangfassade“. Bei einem Wintergarten handelt es sich laut EnEV somit sozusagen um eine „Vorhangfassade mit Glasdach“. Für die eingebauten Türen und Fenster gibt es ebenfalls bestimmte Richtwerte.

Wintergarten: Die Nutzung bestimmt den zulässigen U-Wert
Wintergarten: Die Nutzung bestimmt den zulässigen U-Wert

Bei den Grenzwerten unterscheidet die EnEV zwei Kategorien, die sich über die vorgesehene Raumtemperatur definieren:

  • Raumtemperatur von mindestens 19 Grad Celsius oder höher
  • Raumtemperatur von mehr als 12 und weniger als 19 Grad Celsius
Der U-Wert beschreibt wie viel Wärme nach außen gelassen wird
Der U-Wert beschreibt wie viel Wärme nach außen gelassen wird

Bei der ersten Kategorie – einer Raumtemperatur von 19 Grad oder mehr, wie sie in Wohnwintergärten zu erwarten ist – sind die Werte des zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) in den wichtigsten Bereichen wie folgt:

  • Glasdach: 2,0 W/m²K
  • Vorhangfassade: 1,5 W/m²K
  • Fenster / Fenstertür: 1,3 W/m²K
  • Außentür: 1,8 W/m²K
  • Dachflächenfenster: 1,4 W/m²K

Bei Raumtemperaturen zwischen 12 und 19 Grad Celsius – der zweiten Kategorie – sind die Anforderungen – mit Ausnahme der Außentür – etwas lockerer:

  • Glasdach: 2,7 W/m²K
  • Vorhangfassade: 1,9 W/m²K
  • Fenster / Fenstertür: 1,9 W/m²K
  • Außentür: 1,8 W/m²K
  • Dachflächenfenster: 1,9 W/m²K

All diese Anforderungen lassen sich mit modernen Baumaterialien und Bauelementen erfüllen und sogar übertreffen. Ein Fachbetrieb kann alle Komponenten des Wintergartens so planen, dass alle Vorgaben der EnEV zuverlässig eingehalten werden. Das ist mehr als reine Rechtssicherheit, sondern zahlt sich auch in geringen Energiekosten aus. Denn die hohen energetischen Standards bedeuten, dass selbst bei sehr kalten Außentemperaturen so wenig Wärme wie möglich aus dem Wintergarten verloren geht.

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