Richtig Lüften bei Regen

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Die regelmäßige Lüftung von Wohnräumen sorgt zum einen für frische und saubere Luft im Inneren des Hauses. Zum anderen wird Feuchtigkeit nach draußen transportiert und so eine gute Luftfeuchte gesichert. Dies ist wichtig: Denn liegt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen über einen längeren Zeitraum bei mehr als 60 % setzt sich vor allem an kalten Stellen an den Wänden Kondenswasser ab und bildet den perfekten Nährboden für Schimmelpilze. Diese wiederum stellen nicht nur optisch ein Problem dar, sondern können die Gesundheit der Bewohner schädigen.

Doch wie sieht es aus, wenn es draußen regnet und das dann auch noch dauerhaft? Hat das Lüften dann den gleichen positiven Effekt oder ist es eher schädlich, weil die Raumluft noch feuchter wird? Diese Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Haus unter dem Regenschirm, Schutz © peshkova, stock.adobe.com
Auch wenn es regnet, ist Lüften richtig und wichtig © peshkova, stock.adobe.com
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Was passiert beim Lüften?

Wie wohl wir uns in unseren Räumen fühlen, hängt maßgeblich von der Luftqualität ab. Luft enthält Sauerstoff und viele weitere Bestandteile, die für das Wohlbefinden im richtigen Verhältnis zueinander stehen müssen:

  • Sauerstoff: ca. 21 %
  • Stickstoff: ca. 78 %
  • Kohlendioxid: > 0,1 %
  • Edelgase, Methan, Kohlenmonoxid
  • Wasserdampf
  • Staubpartikel
  • Aerosole
  • Schwefelverbindungen
  • VOC (flüchtige organische Verbindungen)
  • Ozon (abhängig von den klimatischen Verhältnissen)

Besonders wichtig ist der Sauerstoff: Sinkt dessen Anteil unter 15 %, reagieren empfindliche Menschen bereits mit Kopfschmerzen und Schlappheit. Steigen im Gegenzug weitere Zutaten der Atemluft wie Kohlendioxid, Staub oder Schadstoffpartikel sowie der Wasserdampf an, sprechen wir von schlechter Luft, die häufig sogar zu riechen ist. Sinkende Luftqualität kann sich nicht nur auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit negativ auswirken, sondern auch die Bausubstanz schädigt. Dies gilt insbesondere für den Wasserdampf, dessen Anteil sich mit der relativen Luftfeuchtigkeit messen lässt.

Beim Lüften gerät das Raumluftgemisch in Bewegung, da es zu Wind, Druck- und Temperaturunterschieden kommt. So strömt die warme – verbrauchte – Luft im Raum nach oben und entweicht durch das geöffnete Fenster, die frische, kühlere Außenluft strömt in den Raum nach. Dieser Vorgang heißt Luftaustausch, bzw. Luftwechsel. In der DIN 1946-6: Lüftung von Wohnungen sind für die Belüftung von Wohngebäuden Regeln und Grenzwerte für den Luftaustausch festgelegt. Anhand dieser lässt sich übrigens auch definieren, ob ein Gebäude manuell oder automatisch belüftet werden muss.

Frau öffnet Fenster, um mit der Hand zu prüfen, ob es regnet © Itxu, stock.adobe.com
Auch wenn es regnet: Lüften sorgt für einen Luftaustauch und verbessert die Luftqualität in den Räumen © Itxu, stock.adobe.com

Ist Lüften auch bei Regen sinnvoll?

Wenn es regnet, vor allem über einen längeren Zeitraum, stellt sich angesichts der hohen Luftfeuchtigkeit der Außenluft die Frage, ob das Lüften überhaupt Sinn macht. Denn schließlich soll bei diesem Vorgang nicht nur generell frische Luft in die Räume gelangen. Ebenso soll die feuchte Luft abgeleitet werden, um ein angenehmes Raumklima zu schaffen und Schimmelbildung vorzubeugen. Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig ja und zwar aus folgenden Gründen:

Verbrauchte Luft schadet Mensch und Tier

Zum einen wird der Sauerstoff verbraucht, auf der anderen Seite mindern Ausdünstungen von Schadstoffen, zum Beispiel aus Möbeln, Teppichen oder elektrischen Geräten sowie Kochausdünstungen die Luftqualität bei gleichzeitig steigender Luftfeuchtigkeit. Ein Luftaustausch ist also auch bei Regen ein Muss.

Auf die Temperatur kommt es an

Regen heißt nicht unbedingt hohe Luftfeuchtigkeit. Wie hoch diese ist, wird durch mehrere Faktoren, insbesondere die Temperatur bestimmt. Je niedriger die Temperatur, umso geringer ist der Gehalt an Wasserdampf in der Luft. Das gilt tatsächlich auch bei Regen. Anschaulich zeigt sich dies durch folgende Formel, die das Umweltbundesamt entwickelt hat: Der maximale Wassergehalt der Luft verdoppelt sich bei einer Zunahme der Temperatur von 10 Grad Celsius. Dieser Effekt ist dadurch bedingt, dass warme Luft mehr Wasser speichert als kalte.

Das bedeutet, dass trotz Regen ein guter Luftaustausch und ein Absenken der Luftfeuchtigkeit in Innenräumen möglich ist, denn der physikalische Vorgang bleibt der Gleiche.

Elektronisches Thermometer und Hygrometer zur Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit © Aleksandr, stock.adobe.com
Mit einem Hygrometer kann die Luftfeuchtigkeit gut kontrolliert werden © Aleksandr, stock.adobe.com

Ausnahme: hohe Außentemperaturen

Das Prinzip des Luftaustauschs funktioniert allerdings nicht mehr, wenn es draußen regnet und dabei die gleichen Temperaturen wie im Inneren herrschen. Dann wird die Raumluft nur noch in geringem Maße durch Frischluft ersetzt, die Feuchtigkeit bleibt da wo sie ist: im Inneren des Gebäudes. In diesem Fall ist der Lüftungszeitpunkt entscheidend. Mit einem Hygrometer kann der Wassergehalt in der Luft innen und außen gemessen werden: Ist die Luftfeuchte außen niedriger als innen, bringt auch das Lüften den gewünschten Effekt. Bei schwülen Wetterlagen ist dieser Zeitpunkt meistens abends, bzw. nachts und in den frühen Morgenstunden. Dann funktioniert das Lüften bei Regen nach dem bekannten Prinzip und mit den gewünschten Effekten.

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Manuelle Lüftung – Luftaustausch durch Stoßlüftung

Ein wichtiger Grundsatz der manuellen Lüftung: geöffnete Fenster sind wirkungsvoller als gekippte, man spricht hier von der Stoßlüftung. Der Effekt des Luftaustauschs funktioniert also nur dann, wenn die Fenster weit geöffnet sind und es idealerweise durch eine Querlüftung (Öffnung gegenüberliegender Fenster) zur Zugluft kommt. Dadurch wird die verbrauchte Luft schnell und effektiv nach außen und Frischluft in die Räume geleitet.

Richtig und effektiv lüften Sie am besten 3- bis 4-mal täglich für etwa zehn Minuten. Die Fenster werden dazu weit geöffnet, ideal ist es, gegenüberliegende Fenster zu nutzen, um eine Querlüftung mit Durchzug zu schaffen. Ist die Luftfeuchtigkeit auf 30 bis 45 % gesunken, ist die Lüftung erfolgreich. Insbesondere in Herbst und Winter ist es wichtig, dass die Heizkörper gedrosselt werden und die Raumtemperatur nicht unter 14 Grad fällt.

Lüften im energieeffizienten Neubau

Neubauten erfüllen heute sehr hohe energieeffiziente Standards. Dazu gehört neben einer sehr guten Wärmedämmung auch die Luftdichtigkeit an den Fugen. Diese Dichtheit hält die Wärme im Inneren des Hauses, bringt aber auch hinsichtlich der Luftqualität Probleme mit sich. Die natürliche Ventilation wie in älteren Gebäuden fehlt, Feuchtigkeit, Mikroorganismen und Schadstoffe reichern sich in der Luft an und können zu Gesundheitsproblemen und Schimmelbildung führen.

Nutzerunabhängige Lüftung

Da ein regelmäßiges und zuverlässiges manuelles Lüften nicht immer gewährleistet werden kann, sind moderne, hochgedämmte Neubauten deshalb zunehmend mit einer mechanischen Lüftungsanlage, die nutzerunabhängig den notwendigen Luftaustausch sicherstellt. Im Keller oder unter dem Dach ist eine zentrale Lüftungsanlage installiert. Diese Anlage saugt über ein Leitungssystem die verbrauchte Raumluft ab und leitet Frischluft in die Wohnräume. Ein Wärmetauscher entzieht der Raumluft vor dem Ableiten die Wärme und erwärmt damit die zugeführte Frischluft. So lassen sich Wärmeverluste durch den Luftwechsel auf 10 % reduziert.

Tipp: Perfekt geeignet ist die kontrollierte Wohnraumlüftung auch für Allergiker: Schadstoffe können sich in der Raumluft nicht anreichern, die Außenluft wird durch ein Filtersystem von Allergenen wie zum Beispiel Pollen gereinigt.
Feuchter fehlerhafter Kellerbau, Wasser steht im Keller © E. Adler, stock.adobe.com
Richtig lüften im Keller

Insbesondere in sanierten Gebäuden, aber auch in Neubauten kann die Luftfeuchtigkeit im Keller leicht ansteigen. Schimmelbildung und Schäden der Bausubstanz… weiterlesen

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