Fenster richtig ausmessen

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Fenstertausch: Fenster richtig ausmessen

Ist ein Fenstertausch geplant – zum Beispiel im Rahmen einer energetischen Fassadensanierung – müssen vor der Bestellung der neuen Fenster die vorhandenen Öffnungen ausgemessen werden. Hierfür haben Bauherren grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie können das Ausmessen dem Fensterbauer überlassen oder selbst Hand mit dem Maßband anlegen. Die zweite Variante ist dann sinnvoll, wenn die Fenster online bei einem Fensterhersteller bestellt werden sollen.

Fenster ausmessen © Ivan Kruk, stock.adobe.com
Nur wenn die Öffnungsbreiten perfekt gemessen werden, passt auch das bestellte Fenster © Ivan Kruk, stock.adobe.com

Warum das richtige Fenster ausmessen so wichtig ist?

In den allermeisten Fällen werden Fenster bei einer Neubestellung individuell hergestellt – und zwar nach den angegebenen Maßen des Bestellers. Kommt es hier zu Messfehlern, bleiben Bauherrn auf den „falschen“ Fenstern sitzen. Denn eine Rückgabe ist ausgeschlossen und auch die Anpassung des Fensters bzw. der Fensteröffnung an die tatsächliche Größe ist häufig nur mit viel Aufwand oder gar nicht möglich. Deshalb muss sorgfältig gemessen werden. Dabei gibt es verschiedene wichtige Punkte zu beachten.

Die Fensteröffnung – Welche Maße sind entscheidend?

Je nach Konstruktion der Außenfassade gibt es verschiedene Arten von Fensteröffnungen, bei denen sich auch die Art der erforderlichen Maße unterscheidet:

Fensteröffnungen mit Innenanschlag

Bei Fensteröffnungen mit Anschlag sind die Öffnungsmaße Innen und Außen unterschiedlich. Um die Fensterbreite zu ermitteln, muss das innere Maß verwendet werden. Die Öffnungsbreite abzüglich von 15 mm pro Seite ergibt die Fensterbreite.

Für die Abmessung der Fensterhöhe wird ähnlich vorgegangen. Gemessen wird von der Unterkante des Sturzes bis zur Oberkante der vorhandenen, bzw. geplanten Fensterbank. Die Fensterhöhe ergibt sich abzüglich von 15 (Sturz) bzw. 10 mm (Fensterbank).

Tipp: Weichen Innen- und Außenmaß stark voneinander ab oder sind auf der Außenseite Rollläden montiert, muss der seitliche Blendrahmen verbreitert werden, damit er von außen sichtbar ist.

Fensteröffnungen ohne Anschlag

Fensterbreite und -höhe ergeben sich aus den Rohbaumaßen der Fensteröffnung. Für die Breite werden pro Seite 15 mm als Montagefuge abgezogen, in der Höhe werden auf der Sturzseite 10 mm und auf der Fensterbankseite 15 mm von der Öffnungsbreite abgezogen. Das Endergebnis ergibt das Fenstermaß.

Tipp: Werden im Neubau Fenster ausgemessen, muss die Höhe der geplanten Innenfensterbank bekannt sein. Dieses Maß wird von der Fensterhöhe abgezogen.
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Die Montagefuge berücksichtigen

Standardmäßig wird als Montagefuge zwischen Blendrahmen und Mauerwerk ein Maß von 15 mm (Abstand zur Wand), bzw. 10 mm (Abstand zur Fensterbank) angesetzt. Je nach Fensterhersteller können jedoch andere Maße verlangt werden. Deshalb sollten auf jeden Fall die tatsächlichen Fensterbreiten notiert und erst bei der Bestellung die Montagefugen abgezogen werden.

Dämmschicht berücksichtigen

Sollen im Altbau neue Fenster eingebaut werden, ist häufig auch eine energetische Fassadensanierung zum Beispiel als Wärmedämmverbund-System (WDVS) sinnvoll und miteingeplant. In diesem Fall müssen beim Ausmessen der Fenster auch eventuelle Dämmschichten innerhalb der Laibung mitberücksichtigt werden.

Richtig messen – die wichtigsten Tipps

Beim Ausmessen der Fensteröffnungen ist Genauigkeit die wichtigste Regel. Deshalb sollte auf jeden Fall eine Kontrollmessung erfolgen, damit es nicht zu Messfehlern kommt. Weiterhin müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Besonders bei Alt-, aber auch bei Neubauten kann es innerhalb der Fensteröffnung zu Maßabweichungen kommen. Deshalb muss immer mindestens an der Innen- und der Außenseite der Fensteröffnung gemessen werden. Mittiges Messen erhöht die Genauigkeit zusätzlich. Weichen die Abstände innerhalb der Öffnung voneinander ab, ergibt das kleinste Maß das Bestellmaß fürs Fenster.
  • Auch wenn Baupläne vorhanden sind, sollte jede Fensteröffnung einzeln gemessen werden. Denn nicht immer stimmen Pläne und Baumasse auch wirklich überein. Dies gilt für Alt- und Neubauten gleichermaßen.
Fensteröffnung im Rohbau © benekamp, stock.adobe.com
Auch im Neubau sollte jede einzelne Fensteröffnung überprüft werden © benekamp, stock.adobe.com

Messergebnisse richtig notieren

Um den Überblick zu behalten, sollten die Messergebnisse einheitlich notiert werden. Dabei hat sich folgende Vorgehensweise bewährt.

  • Erst wird die Breite und dann die Höhe jeweils in Millimetern angegeben.
  • Bereits beim Messen sollten Fensteröffnungsarten, Anzahl der Flügel und weitere spezifische Parameter notiert werden.
  • Eine raumweise Nummerierung der Fenster (idealerweise auf einem vorhandenen Bauplan) verhindert Verwechslungen bei Fenstern mit ähnlicher Größe.
  • Innerhalb eines Raumes sollte immer gleich gemessen werden, zum Beispiel im Uhrzeigersinn oder von links nach rechts.

Im Zweifel den Fachmann messen lassen

Da Fehler beim Ausmessen von Fenstern teuer werden können, empfiehlt es sich bei Unsicherheiten den Fachbetrieb messen zu lassen. Dies gibt nicht nur Sicherheit, dass die gelieferten Fenster am Ende auch in die Öffnung passen. Zusätzlich greift bei Messfehlern die Gewährleistungspflicht des Handwerksbetriebs. Werden falsche Fenster aufgrund seiner Falschmessung geliefert, haftet das Unternehmen für den Schaden.

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