Wandheizung – Alternative für den Wintergarten?

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Wer den eigenen Wintergarten sommers wie winters nutzen möchte, muss von Beginn an mit dem richtigen Heizungssystem planen. Andernfalls sinken die Temperaturen gerade an kalten Wintergarten gern gen Null oder sogar darüber hinaus. Doch auch bei einem Wintergarten, der in den Wintermonaten nur sporadisch genutzt wird, sollte über die Integration eines passenden Heizungssystems nachgedacht werden. Immerhin sorgt ein unbeheizter Wintergarten unter Umständen zu großen Wärmeverlusten und dadurch so einer Steigerung der Heizkosten.

Wintergarten © Roland Spiegler, fotolia.com
Wohn-Wintergarten mit Heizung © Roland Spiegler, fotolia.com

Die klassischste Variante den eigenen Wintergarten zu heizen, läuft über eine Zentralheizung, an die wiederum ein Heizkörper angeschlossen ist. Dieser wird dann im Wintergarten installiert und kann sich bei Bedarf erwärmen. Manch ein Wintergartenbesitzer schätzt die oftmals klobigen und sperrigen Heizkörper in seinem verglasten Freisitz aber überhaupt nicht. Zudem wird die sich erwärmende Luft häufig durch Trockenheit und die Aufwirbelung von Staubpartikeln begleitet. Als echte Alternativen sind die sogenannten Flächenheizungen zu benennen. Diese werden vor allem in Wintergärten immer beliebter. Neben der bekannten Fußbodenheizung ist auch die Wandheizung eine mögliche Option für den Wintergarten. Wie diese Wandheizung funktioniert und wo eventuelle Vor- und Nachteile liegen, wird nachfolgend vorgestellt.

Grundlegende Informationen: Wie funktioniert eine Wandheizung?

Erste Methoden zur Beheizung von Räumen über die Wände und den Fußboden wurden bereits von den Römern entwickelt: Durch Hohlräume in den Wänden wurde warme Luft geleitet, sodass sich zunächst die Wände und darüber anschließend auch die Räume erwärmten. Dasselbe Prinzip wird auch heute noch genutzt, nur in einer verfeinerten Variation. Grundsätzlich funktionieren Wandheizungen derzeit nach vier Prinzipien:

Methode 1: Luft

Wie bei den Römern wird sich erwärmende Luft durch Hohlräume in die Wände geleitet, um die dahinterliegenden Räume so zu erwärmen. Dabei werden die physikalischen Eigenschaften der Luft ausgenutzt: Wird sie am Boden erwärmt, steigt sie auf, in Folge der anschließenden Erkaltung sinkt sie wieder herab, um erneut erwärmt zu werden.

Methode 2: Abgase

Anstelle von frischer Luft ist es auch möglich Abgase zu verwenden. Diese können beispielsweise von einem Ofen stammen, der parallel befeuert wird. Die erhitzten Abgase werden durch die Hohlräume in der Wand geleitet und können so auch andere Räume erwärmen.

Methode 3: Wasser

Die gängigste Methode, auf Basis derer Wandheizungen heute konstruiert werden, beruht wie auch bei vielen Zentralheizungssystemen auf warmem Wasser. Dieses warme Wasser zirkuliert durch in der Wand verlegte Rohrsysteme und erwärmt somit zunächst die Wand und anschließend über die Wand den gesamten Raum.

Methode 4: Elektrizität

Eine Wandheizung kann auch mithilfe von elektrischem Strom betrieben werden: Hierfür werden elektrisch betriebene Heizplatten in den Wänden verbaut. Beim Durchleiten des Stroms wird Wärme erzeugt, mit deren Hilfe sich anschließend zunächst die Wände und dann die Räumlichkeiten aufheizen.

Die nachfolgende Tabelle stellt die unterschiedlichen Funktionsprinzipien von Wandheizungen noch einmal übersichtlich dar:

Funktionsprinzip
Methode 1 Warme Luft wird aktiv erzeugt
Methode 2 Passiv erzeugte warme Luft
Methode 3 Aktiv erzeugtes warmes Wasser
Methode 4 Aktiv zugeschaltete Elektrizität

Tabelle: Prinzipien von unterschiedlichen Wandheizungssystemen

Je nach individuell ausgewählter Methode unterscheiden sich die vorab zu treffenden baulichen Maßnahmen. Am häufigsten verwendet wird die Methode 3, die auf der Zirkulation von erwärmtem Wasser basiert. Die hierfür notwendigen Rohre können entweder direkt beim Bau des Wintergartens verlegt oder aber bei Bedarf auch nachträglich installiert werden. Es handelt sich normalerweise um Rohre aus Kupfer oder Kunststoff, die an eine Umwälzpumpe gekoppelt sind. Das Wasser wird erhitzt und zirkuliert anschließend durch die Rohre. Derartige Systeme können sowohl in Innenwände als auch in Außenwände installiert werden.

Vorteile der Wandheizung im Wintergarten

Die großen Vorteile der Wandheizung liegen im Allgemeinen im Faktor der sogenannten Behaglichkeit. Ein klassischer Heizkörper erwärmt die Luft, die anschließend in Bewegung gerät und durch den Raum zirkuliert. Dadurch werden beispielsweise Staubpartikel aufgewirbelt, was dafür sorgt, dass die Luft sich trocken anfühlt. Insbesondere Allergiker haben hiermit nicht selten Probleme. Darüber hinaus steigt warme Luft immer nach oben, was bedeutet, dass die Luft in Fußbodennähe kühl bleibt, während sie an der Decke des Raumes erwärmt wird.

Bei einer Wandheizung hingegen erwärmt sich die komplette Wand und gibt diese anschließend gleichmäßig an den Raum ab. Diese stetige Wärmeausstrahlung wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden. Parallel dazu bleibt ein gesundes Raumklima mit angemessenem Feuchtigkeitsgehalt erhalten. Staubpartikel werden nicht durch die Luft gewirbelt.

Ein weiterer Vorteil ist gerade im Wintergarten nicht von der Hand zu weisen: Die Wandheizung wird besonders platzsparend in den Wänden integriert und ein zusätzlicher Heizkörper als Platzfresser fällt dadurch weg. Zusätzlich kann die mit Wasser funktionierende Wandheizung in den Sommermonaten für eine passive Raumkühlung sorgen, wenn das Wasser kalt bleibt. Auch Schimmelprobleme können dank Wandheizung minimiert werden: Wenn Außenwände im Wintergarten leicht erwärmt sind, setzt sich hier nur wenig Kondenswasser ab und das Risiko für Schimmel und Co. sinkt.

Alle Vorteile gibt es nachfolgend auf noch einmal auf einen Blick:

  • angenehmes Raumklima
  • gleichmäßige Strahlungswärme
  • keine Verwirbelungen von Staub und Co.
  • kann im Sommer als Kühlung fungieren
  • platzsparend
  • reguliert Feuchtigkeit an Außenwänden
Zusatzinfo: Wer auf eine Flächenheizung setzen will und sich zwischen Fußboden- und Wandheizung entscheiden muss, sollte unter Umständen die Bepflanzung seines Wintergartens berücksichtigen. Viele Pflanzen mögen keine Wärme von unten, weshalb eine Wandheizung, die eine gleichmäßige Strahlungswärme abgibt, eine lohnende Alternative sein kann.

Nachteile der Wandheizung im Wintergarten

Wintergärten sind für ihre möglichst offene und transparente Konstruktion bekannt. Wer kann, verzichtet dementsprechend so weit wie möglich auf festes Mauerwerk und ersetzt selbiges durch Glas. Gerade hier liegt für die Installation von Wandheizungen ein Problem: Um eine effektive Wärmeleistung erzeugen zu können, muss die Fläche, in der die mit Wasser gefüllten Rohre verbaut werden, groß genug sein. Wer keine festen Wände plant, kann dementsprechend auch keine Wandheizung installieren.

Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass die Wärmeverluste an Außenwänden unter Umständen recht hoch sein können. Wandheizungssysteme, die auch in Außenwänden verbaut werden, funktionieren nur dann wirklich effektiv, wenn die Wände über eine entsprechende Dämmung verfügen. Weiterhin sind Möbel vor den beheizten Wänden nur bedingt günstig zu platzieren. Immerhin blockieren sie die Verteilung der Wärme und damit die Effektivität des Heizsystems. Ähnliche Aspekte sind aber auch in Bezug auf klassische Heizkörper zu beachten. Auch vor diese sollen für gewöhnlich keine Möbel gestellt werden. Als letzter Punkt muss noch erwähnt werden, dass Nägel oder Bohrlöcher bei einem installierten Wandheizungssystem nur noch bedingt ungeplant in die Wände gebracht werden können. Andernfalls kann es schnell zu einer Beschädigung der Rohre kommen.

Auch die Nachteile von einer Wandheizung im Wintergarten, werden folgend noch einmal aufgelistet:

  • Positionierung von Möbeln vor den Wänden ungünstig
  • angemessene Dämmung der Wände notwendig
  • Wandfläche per se muss groß genug sein
  • Nägel, Dübel und Co. müssen geplant angebracht werden

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